Düren, 03.06.2009

Eckpunkte zur Sicherung der  Zukunftsfähigkeit des vlf-NRW 

  • Die vlf-Landesverbandsgeschäftsführung und die Geschäftsführung der vlf-Kreisvereine sollen auch zukünftig durch hauptamtliche Kräfte der Landwirtschaftskammer unterstützt werden, da sich sowohl Kammer als auch vlf um Bildung und Fortbildung der in der Landwirtschaft Tätigen bemühen.

 

  • Bildung ist eine im Kammergesetz verankerte Aufgabe der Landwirtschaftskammer. Auch der vlf, ob auf Kreisebene oder auf Landesverbandsebene, ist ein nach Satzung ausgerichteter Bildungsträger im Agrarbereich. Von einer intensiveren Zusammenarbeit können daher Landwirtschaftskammer und vlf profitieren. Daher begegnen sich Kammer und vlf auch zukünftig als Partner. Alle Bemühungen, gemeinsame Bildungsangebote zu konzipieren und durchzuführen, werden konstruktiv begleitet.

 

  • Die zurzeit von den vlf-Kreisvereinen und vom vlf-Landesverband zu tragenden Personalkosten für vlf-Bildungsarbeit führen zur finanziellen und damit  zur substanziellen Gefährdung des vlf. Der vlf-Landesverbandsvorstand hat die Kammerleitung in mehreren Gesprächen aufgrund der gemeinsamen Zielsetzung auf ihre Verantwortung zur Weiterbildung hingewiesen. Da es nicht gelungen ist, den Stundensatz zu senken, erwartet der VLF von der Landwirtschaftskammer Entgegenkommen bei der Anrechnung von Arbeitsstunden, bei denen Bildung und Geschäftsführung verquickt sind.

 

  • Das Internetangebot ist weiterzuentwickeln und ständig zu aktualisieren und insbesondere für nachrückende junge vlf-Mitglieder attraktiv und informativ zu gestalten. Die vlf-Kreisvereine erhalten die Möglichkeit, die Internetseite des vlf-Landesverbandes zur Veröffentlichung von Informationen zu nutzen.

 

  • Der vlf-Landesverband wird sich bemühen, Bildungsangebote in der Region vorzusehen und sich weiter bemühen, die Kreisvereine bei der Durchführung von Fahrten und Fortbildungsveranstaltungen zu unterstützen. Gute und oft teure Referenten können sich die Kreisvereine nicht mehr leisten, daher ist die diesbezügliche überregionale Zusammenarbeit eine wichtige Zukunftsaufgabe. Die Durchführung von Landesverbandstagen unterstützt diese Zielsetzung.

 

  • Die Aufklärungs- und Informationsarbeit in den Fachschulklassen ist für die Zukunftsfähigkeit des vlf unabdingbar. Nur wenn die Fachschulen und deren Leitungen es zulassen, die Arbeit des vlf bekannt zu machen und zu unterstützen, kann durch den dringend benötigten Nachwuchs die Arbeit des vlf positiv beeinflusst und für die Zukunft gesichert werden.

 

  • Der vlf sollte nicht erst durch Verleihung der Fachschulförderpreise oder bei der Verabschiedung von Fachschülern auf sich aufmerksam machen, sondern schon bei der Aufnahme der Studierenden in die Fachschulen. Während der Fachschulzeit könnte eine beitragsfreie Mitgliedschaft ermöglicht werden. Der vlf könnte durch Förderung von Aktivitäten wie Fahrten und gesellige Veranstaltungen während der Zeit des Fachschulbesuchs weiter auf sich aufmerksam machen. Um dieses Ziel zu erreichen, könnten die jeweiligen Kreisvereine und der Landesverband „Betreuungskonzepte“ oder „Begleitkonzepte“ erarbeiten, um Fachschülerinnen und Fachschüler unbürokratische, ideelle oder finanzielle Hilfe zukommen lassen zu können. So könnten z.B. Abschlussfahrten finanziell unterstützt oder besonders gute Reiseberichte mit einem Zuschuss für die Abschlussfeier gefördert werden.

 

  • Über Kooperationen zwischen vlf, Landjugend, Landfrauen RLV u. WLV sollte intensiv nachgedacht werden, um Synergieeffekte zu nutzen und gemeinsam für die Menschen im ländlichen Raum Bildungsangebote konzipieren und anbieten zu können.

 

  • Zur gegenseitigen Information und zum Gedankenaustausch werden die den Kreisvereinen jeweils zugeordneten Mitglieder des vlf-Landesverbandsvorstandes von den Kreisvereinen zu Jahresversammlungen eingeladen, um aus der Arbeit des vlf-Landesverbandes zu informieren, aber auch, um über die Arbeit der vlf-Kreisvereine informiert zu werden. Nur über einen intensiven Dialog kann die gemeinsame Arbeit befruchtet und optimiert werden.

 

  • Die vlf-Kreisvereine sind gehalten, künftig an Mitgliederversammlungen des vlf-Landesverbandes in der Stärke der nach Mitgliederzahl zulässigen Delegierten teilzunehmen.

 

  • Neben der Verschmelzung der Landesverbände sollten insbesondere kleinere vlf-Kreisvereine über Kooperationen und Zusammenschlüsse auf Bezirks- oder Kreisebene offen und zielgerichtet diskutieren. Diskussionen, Kooperationen sowie mögliche Verschmelzungen dürfen aber immer nur auf der Grundlage von „Freiwilligkeit“ erfolgen.

  

  • Der vlf-Landesverband ist bemüht, auch künftig im Vorstand und den Gremien des vlf-Bundesverbandes aktiv mitzuarbeiten. Dazu bedarf es der Bereitschaft und der Mitarbeit durch vlf-Mitglieder aus NRW auf Bundesebene.

Beschlossen anlässlich der vlf-Mitgliederversammlung am 03.06.2009 in Düren.

vlf-Landesverbandstages 2009 und Mitgliederversammlung des vlf-NRW

Der diesjährige vlf-Landesverbandstag stand unter dem Motto „Strom aus dem Westen“. Die Teilnehmer des Verbandstages besuchten zunächst den Braunkohletagebau „Inden“ der RWE, der sich zwischen den Gemeinden Aldenhoven und der Autobahn A 44 (Düsseldorf-Aachen) im Norden und der Autobahn A 4 (Köln-Aachen) im Süden erstreckt. Seine Kohleflöze sind bis zu 45 m mächtig und liegen bis zu 230 m tief unter der Erdoberfläche. Insgesamt können 560 Millionen Tonnen Kohle in diesem Gebiet abgebaut werden. RWE fördert hier jährlich etwa 22 Millionen Tonnen, die größtenteils zur Stromerzeugung genutzt werden. Braunkohle hat in Deutschland insgesamt einen Anteil von rund 25 Prozent an der Stromerzeugung.

Mit RWE eigenen Bussen wurde der Tagebau aufgesucht, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Insbesondere Fragen der Organisation des Kohleabbaus, der Abbautechnik mit den riesigen Schaufelradbaggern und die Bewältigung der landschaftlichen Eingriffe standen dabei im besonderen Blickfeld der Exkursionsteilnehmer.

Mitgliederversammlung 2009

Mitgliederversammlung am 3. Juni 2009 in Düren

Im Anschluss an die Besichtigung des Braunkohletagebaus informierten sich die Teilnehmer des Landesverbandstages über die Rekultivierung der abgebauten Kohleflächen. Da Braunkohle nur im Tagebau gewonnen werden kann, sind die Eingriffe des Bergbaus in die dicht besiedelte Kulturlandschaft enorm. Schon während des Genehmigungsverfahrens eines Tagebaus werden die Grundzüge der Bergbaufolgelandschaft festgelegt. Ebenso früh beginnt die konkrete Planung der neuen Landschaft. Sobald die ersten Partien eines Kohleflözes abgebaut sind, beginnt die Wiederherstellung von Ackerland, Wald und sonstiger Flächen durch Rekultivierung, über deren Realisierung die Fahrt über rekultivierte Flächen den Landesverbandstagsteilnehmern ein Bild verschaffte. Welche Probleme  mit der Planung, der Aussiedlung und der Neuansiedlung eines landwirtschaftlichen Betriebes für die betroffenen Landwirte verbunden sind, darüber informierten sich die Teilnehmer des vlf Landesverbandes bei einem intensiven Gedankenaustausch im Milchviehbetrieb der Familie Frings in Weiler Langweiler bei Aldenhoven, deren Betrieb in Folge des Braunkohleabbaus im Jahre 1972   umgesiedelt worden ist. Die Betriebsleiterin, Frau Margret Frings,   konnte aus eigenem Erleben sehr eindrucksvoll schildern, welche betrieblichen aber auch menschlichen Einschnitte und Besonderheiten die Umsiedlung eines 60 ha Betriebes mit 60 Milchkühen nach sich zieht.

Gratulation an Dr. Laubrock

Die Vorsitzende, Frau Gisela Kokemoor, gratuliert Frau Dr. Barbara Laubrock (links) nach der einstimmigen Wahl zur neuen Geschäftsführerin des Verbandes für landwirtschaftliche Fachbildung NRW.

Dank an Josef Göbel

Die Vorsitzenden, Frau Gisela Kokemoor (Mitte) und Herr Franz-Wilhelm Erasmi (links), bedanken sich beim bisherigen Geschäftsführer, Josef Göbel, für die geleistet Arbeit als bisheriger Geschäftsführer des vlf NRW.

Die im Anschluss an den Landesverbandstag in der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer NRW in Düren durchgeführte Mitgliederversammlung des vlf-Landesverbandes NRW verlief harmonisch. Besondere Tagesordnungspunkte waren die Wahl der neuen Geschäftsführerin, Frau Dr. Barbara Laubrock, die einstimmig erfolgte; die Verabschiedung des langjährigen Geschäftsführers, Herrn Josef Göbel, und der Beschluss über die vom vlf-Landesverbandsvorstand vorgelegten Eckpunkte zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des vlf-Landesverbandes NRW. Im vlf-Landesverband NRW sind 39 Kreis- und gartenbauliche Vereine mit 22.000 Mitgliedern organisiert. Sowohl vlf-Kreisvereine als auch der vlf-Landesverband NRW bemühen sich, durch fachlich interessante Bildungsangebote und Bildungsreisen Ihren Mitgliedern ein abwechslungsreiches Jahresprogramm zu bieten. Dabei setzt der vlf auf Kooperationen und Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer NRW und weiteren Organisationen des landwirtschaftlichen Bereiches, um Synergieeffekte zu nutzen und für die Menschen im ländlichen Raum nachgefragte Bildungsangebote konzipieren und anbieten zu können. Der nächste vlf-Landesverbandstag soll 2011 im Raum Paderborn zum Thema „ Neue Medien“ stattfinden.  

Bildergalerie vom Landesverbandstag und Mitgliederversammlung 2009

 

vlf-Bundesseminar „Stabilisierung landwirtschaftlicher Unternehmen durch Pensionspferdehaltung“ wieder mit starker Nachfrage 

Schon seit mehreren Jahren führt der vlf-Landesverband NRW in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer NRW mit großem Erfolg 4-tägige Bundesseminare für Pensionspferdehalter durch.

In diesem Jahr nahmen vom 27. – 30. Januar am Veranstaltungsort in der Deula in Warendorf 32 Pensionspferdehalter/innen von Schleswig Holstein bis Bayern an dem vom vlf-NRW angebotenen Bundesseminar für Pensionspferdehalter/innen teil. Die Nachfrage war mit etwa 40 Interessierten so groß, dass nicht Allen  die Teilnahme ermöglicht werden konnte. Die große Nachfrage ist sicher auch ein Zeichen dafür, dass der Veranstalter vlf-NRW  mit den gewählten Themen eine gute Auswahl getroffen hatte. Die große Nachfrage ist aber auch Ausdruck des Fortbildungswunsches der Betriebsleiter/innen Pferde haltender Betriebe. Eine breite Themenpalette hatte der Seminarleiter, Bernhard Halbuer, zusammengestellt, um die Teilnehmenden mit Unterstützung mehrerer Pensionspferdehalter im Münsterland über Aspekte der Stabilisierung landwirtschaftlicher Unternehmen durch Pensionspferdehaltung zu informieren und fortzubilden.

Themen wie: Akkupunktmassage u. sanfte Alternativen zur klassischen medizinischen Behandlung, Marktsituation in der Pferdehaltung, steuerliche Rahmenbedingungen und Gestaltungsmöglichkeiten, Haftpflicht- und Feuerversicherung sowie Haftungs- und Rechtsfragen, Außendarstellung und Marketinginstrumente und Futterhygiene und aktuelle Fütterungsempfehlungen, gestalteten das Seminar abwechslungs- und lehrreich, wie die Teilnehmer/innen in einer Befragung zum Ausdruck brachten.

Auswertung des Bundesseminars als PDF-Dokument Für PDF-Dokument klicken!

Insbesondere der Erfahrungsaustausch, der Kontakt zu Berufskollegen, mit dem Betriebsschwerpunkt Pensionspferdehaltung, wurden als ein  Grund vieler Teilnehmer/innen herausgestellt, das Seminar jährlich zu besuchen. Der überwiegende Teil der Teilnehmer/innen hat sich schon für das nächste Seminar im Frühjahr 2010 vormerken lassen, dass vom 26.01. – 29.01.2010 durchgeführt wird. Die Themen des Seminars 2010 werden entsprechend der diesjährigen Teilnehmerbefragung zusammengestellt.

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Anfragen und Vormerkungen zum Seminar 2010 richten Interessierte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!